Vom Deich auf den Berg

von Wiebke

Aufregung, Neugier, aber auch ein bisschen Angst vor der neuen Familie, mit diesen Gefühlen machten sich die 17 THS- Schüler auf den Weg in die Schweiz. Die lange Zugfahrt von 10 Stunden ging wieder einmal erstaunlich schnell vorbei, und nach häufigem Umsteigen kamen wir auch, zwar sehr müde, aber wohlbehalten in Sion an. Lange wurde ausdiskutiert, wie man die Gastfamilie wohl begrüßt, doch dieses Problem löste sich von ganz alleine. Am Bahnhof wurden wir herzlich empfangen und es trennten sich dann auch vorläufig unsere Wege.
Wir waren im ganzen Wallis verteilt, einige THS-Schüler hatten Glück und waren auf einer Schule und konnten sich dort ab und zu sehen. Allerdings sind die Schulen dort sehr groß und haben dementsprechend auch deutlich mehr Schüler. Auch sonst zeigte die Schule sehr viele Unterschiede zu unserem relativ kleinen Gymnasium in Pinneberg.
Die Schule dauert dort den ganzen Tag mit einer Mittagspause, in der die Jugendlichen in der Kantine Mittagessen können oder ihre Hausaufgaben erledigen. Außerdem gibt es mehrere Automaten, in denen man neben Äpfeln auch Süßigkeiten und Softgetränke kaufen kann, was bei uns ja sehr umstritten ist. Kaputtere Zähne hatten unsere Austauschschüler allerdings nicht und dicker waren sie auch nicht.
Fast alle haben sich mit ihren Austauschpartnern sehr gut verstanden und uns wurde sehr viel von der Schweiz gezeigt. Neben langen Wanderungen durch die Berge und dem traditionellen Raclette essen sind manche auch Klettern gegangen, haben Stadtbesichtigungen gemacht oder waren einfach nur shoppen. Einmal haben alle THS-Schüler mit Frau Kroll einen Ausflug nach Bern gemacht. Viele dachten, man würde die große Stadtbesichtigung mit einem elektrischen Roller machen, leider war es ein ganz normaler Tretroller. Ein kleiner Irrtum, da das französische Wort für den normalen Roller im deutschen das Wort für den elektrischen Roller ist.
Die zwei Wochen gingen sehr schnell um, man hat sich mit jeden Tag besser in der französischen Sprache zurecht gefunden, und gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

Nach nur zwei Wochen ‘Pause’ kamen die Schweizer auch schon zum Gegenbesuch nach Pinneberg. Obwohl sie sich untereinander kaum kannten, haben sie schon auf der Fahrt viele Freundschaften geschlossen. Die Halbtagsschule war für sie etwas ganz Neues und die viele Freizeit wurde sehr genutzt. Neben Ausflügen zur Nord- oder Ostsee (Strand kannten die Schweizer gar nicht), wurden viele Städte privat besucht oder man ist einfach nur in das Schwimmbad gegangen.
Die Hitze, die für uns genauso ungewohnt war wie für sie, fand man am Ende gar nicht mehr so toll, und wir wurden gefragt, ob es hier immer so heiß sei.
Mit der ganzen Gruppe haben wir einen Abend gegrillt und Lübeck besucht. Dort gab es wieder eine Stadtbesichtigung und freie Zeit zum shoppen. Allerdings wurden solche Ausflüge auch genutzt, um sich wieder in Schweizer und Deutsche aufzuspalten, was vielen (außer Frau Kroll) sehr willkommen war, da man auch mal eine kleine Erholung voneinander brauchte.
Nach zwei Wochen verabschiedeten wir uns wieder am Bahnhof, wobei sich manche nur mühsam die Tränen verkneifen konnten, andere gar nicht. Für andere ging der Gegenbesuch doch nicht so schnell vorbei wie die Zeit in der Schweiz, da es doch manchmal etwas anstrengender werden kann und somit waren die Sommerferien eine willkommene Erholungspause.

Insgesamt war es aber mal wieder ein erfolgreicher Austausch und wir alle haben sehr viel erlebt. Beide Gruppen haben viel von der anderen Sprache und Kultur gelernt.
Für Frau Kroll und die THS war es auch der letzte Schweizaustausch, da sie nach den Sommerferien an eine andere Schule wechseln wird und der Schweizaustausch mit ihr.
Allerdings können immer noch privat Besuche gemacht werden. Hier nochmal ein ganz großes Dankeschön an Frau Kroll für die tolle Organisation des Austausches!

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