“Sag Hallo zum iPhone!”

von David

Die Kommunikationstechnik. Fast kein Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten so drastisch entwickelt. Trug man noch vor gar nicht so langer Zeit Funkgeräte bei sich, um erreichbar zu sein, sind es nun hauptsächlich die Smartphones, die wir uns stolz ans Ohr halten, mit denen wir E-Mails checken, SMS versenden, oder bei Facebook unseren Status aktualisieren. Man ist einfach jederzeit erreichbar, kann sich mit jedem mitteilen, erfährt mehr. Und das alles mit einem sehr geringen Aufwand. Es geht einfach alles viel schneller und einfacher. Aber: Ist es auch wirklich besser, (nur noch) auf die moderne Art zu kommunizieren, oder geht nicht vielleicht auch etwas dabei verloren?

Jeder kennt es, viele besitzen es: ein iPhone.

Jeder kennt es, viele besitzen es: ein iPhone.

Kennst Du schon die Werbung für das neue iPhone 4S oder bist Du gar im Besitz dieser neue Generation? Dort wird eine neue Technologie gezeigt: Siri. Sie funktioniert durch Spracherkennung und ermöglicht dem Besitzer, dem iPhone Fragen zu stellen oder sogar Aufgaben zu erteilen: So wird eine Frau gezeigt, die vom iPhone daran erinnert werden will, Milch zu holen, wenn sie aus dem Büro geht. Ein Mann will wissen, was er an diesem Tag für Termine hat. Und wiederum eine Frau fragt, ob sie am Abend einen Regenschirm braucht, woraufhin “Siri” antwortet: “Es sieht nicht nach Regen aus.” (Es erscheint eine Wetterkarte mit Uhrzeiten.) Und am Schluss heißt es: “Sag Hallo zum erstaunlichsten iPhone aller Zeiten!”

Als ich diese Werbung gesehen habe, war ich erst einmal sehr fasziniert. Was alles möglich ist, heutzutage! Toll! Man braucht niemanden mehr, der einen erinnert, Milch zu holen, keine Sekretärin mehr, die einem sagt, was heute für Termine anliegen, und man braucht niemanden mehr zu fragen, ob es am Abend regnen wird. Ach, niemand stimmt ja gar nicht! Man braucht “Siri”, man braucht ein iPhone, aber das reicht dann auch schon.

Und dann habe ich mich schließlich gefragt, ob ich diese Erkenntnis immer noch genauso großartig finden sollte. Zwar ist es wohl übertrieben zu behaupten, man brauche nur noch ein iPhone. Zweifelsohne kann man aber beim Beobachten der Entwicklung in den letzten Jahren ganz allgemein feststellen, dass das generelle Ziel ist, mit den digitalen Medien den Alltag zu meistern. Und das sehe ich sehr wohl etwas skeptisch.

Fazit: Ich sehe die vielen Möglichkeiten deshalb zweigeteilt. Sie sind in vieler Hinsicht eine gute Sache und vereinfachen de facto gewisse Dinge immens. Jedoch ist es nicht ganz einfach, damit umzugehen. Man läuft Gefahr, wichtige Werte zu verlieren: Das Persönliche, das direkte Gespräch anstatt dem Chat. Sich Zeit füreinander nehmen, dem anderen Anerkennung schenken, und nicht einfach nur einmal “anstupsen”. Das sind die Dinge, auf die es letztendlich ankommt. Und deshalb sollten genau diese Dinge auch nicht vollständig verloren gehen.

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