Lehrerstreik wegen Sparpaket
Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, das wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise finanzielle Einsparungen im Bildungsbereich vornimmt. Während der hessische Ministerpräsident Roland Koch wegen ähnlicher Forderungen seinen Stuhl räumen muss, setzt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gnadenlos den Rotstift an. Betroffen sind vor allem Lehrer, doch auch die Schüler müssen indirekt und langfristig Einsparungen hinnehmen. Streiks sind angekündigt.
Schleswig-Holstein hat sich auf den Weg gemacht – auf den langen Weg aus der Schuldenkrise. Die Landesregierung billigte das Sparpaket und beginnt nun mit Einsparungen in dem sonstigen Tabu-Thema Bildung.
Der Abbau von 5300 (!) Lehrerstellen bis 2020 geht vor allem zu Lasten der Schulen. Sie sollen 3650 Lehrerstellen verlieren, die ersten 300 im Sommer 2011, die nächsten 300 im Sommer 2012. Carstensen versicherte hingegen, dass das Verhältnis zwischen Lehrer- und Schülerzahlen gleichbleibe. Grund für die Stellenstreichungen seien die rückläufigen Schülerzahlen.
Streik
Die im Amt bleibenden Lehrer sollen ab August jede Woche eine Schulstunde mehr geben (25,5 statt 24,5). Die längeren Arbeitszeiten stoßen auf massive Proteste. Erstmals in der Geschichte Schleswig-Holsteins wollen beamtete Lehrer streiken. Obwohl das Bildungsministerium ankündigte, die Streiks werden nicht ohne Folgen bleiben (eigentlich dürfen Beamten nicht streiken), wird der Unterricht am Donnerstag, 3. Juni 2010 ab der vierten Stunde nicht mehr nach Plan verlaufen.
Unterrichtsausfall wird es voraussichtlich nicht geben. Die Stunden werden von nicht streikenden Lehrern vertreten.
Nicht nur Lehrer betroffen
Für Schüler fällt die teils kostenlose Schülerbeförderung z.B. per Bus oder Bahn weg, bzw. soll von den Eltern mit bezahlt werden.
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Foto rechts: Archiv vom Bildungsstreik von joris/jugendfotos.de






Ja, die Lehrer wollen streiken! Und es geht nicht um die eine Stunde, die manche mehr arbeiten sollen. Es geht vor allem um die Schülerinnen und Schüler, die schon jetzt oft genug von überlasteten und alten Lehrern unterrichtet werden. Wir brauchen auch junge Lehrkräfte an den Schulen!! Und die wird es nicht geben, wenn die alten mehr arbeiten und die Planstellen gestrichen werden.
Übrigens: Es wird am 3.6.10, wenn gestreikt wird, an vielen Schulen eben doch zu Unterrichtsausfall kommen! Denn die nichtstreikenden Lehrer haben ja ihren normalen Unterricht und können -und dürfen- auch nicht vertreten. Und an einigen Grundschulen wird es nur einen “Aufbewahrungs-”Notdienst geben.
Auch Eltern und Schüler gehen zu den Kundgebungen, weil sie auch nicht wollen, dass die Situation an den Schulen weiter schlechter wird!
An unserer Schule heißt es, dass auf gar keinen Fall Unterricht wegen dem Streik ausfallen soll. Ich möchte der Kreislehrergewerkschaftsvorsitzenden zwar nicht widersprechen, aber trotzdem nachfragen: Warum dürfen die Stunden nicht vertreten werden?