Facebook bekommt Konkurrenz

von Tim

“Wer Facebook nutzt, gibt das Private auf”, titelte erst kürzlich die Welt Zeitung. Tatsächlich gerät das soziale Netzwerk immer häufiger in die Kritik. Grund ist der lasche Datenschutz des Unternehmens. Zwar seien erst kürzlich etliche Einstellungen zur Privatsphäre installiert worden, doch um in dem Datendschungel wirklich privat zu bleiben, bedarf es um die 170 Klicks in den Facebook-Einstellungen. Nach Zählungen der New York Times ist die Erklärung zum Datenschutz mit 5830 Wörtern mittlerweile länger als die US-Verfassung. Die Konkurrenz nutzt die Krise, um es besser zu machen. Der neueste Clou: Diaspora.

Vier Studenten aus New York wollen es besser machen. Ihr Projekt “diaspora” stößt auf größtes Interesse und sammelte bereits über 120.000 US-Dollar an Spenden, um die Verwirklichung des Anti-Facebook-Portals voran zu treiben. Vom Prinzip her soll es genauso funktionieren wie Facebook. Jeder kann sein Konto erstellen, über sich berichten, andere Beiträge bewerten, Fotos hochladen usw.. Der große Unterschied – und das macht diaspora so beliebt – ist, dass jeder Nutzer die vollständige Kontrolle über seine Daten behält.

Die Erfolgsaussichten stehen gar nicht so schlecht. Diaspora könnte die Abwanderungsquellen von Facebook aufnehmen. Denn viele Menschen, die ihr Facebook-Profil löschen wollen, haben weiterhin Interesse an sozialen Netzwerken, nur fühlen sie sich nicht überall sicher. Entnervte Mitglieder organisieren für den 31. Mai den “Quit Facebook Day”. An diesem Tag sollen möglichst viele Nutzer, das Internetportal verlassen.

diaspora

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Das Motto von den diaspora-Gründern Ilya Zhitomirskiy (20), Dan Grippi (21), Max Salzberg (22) und Raphael Sofaer (19) heißt: “Wir wollen alles anders machen, wofür Facebook kritisiert wird!”

Ob diaspora in der Lage ist, gegen das riesige Facebook standzuhalten, wird auch davon abhängen, wie schnell sich Netzwerk entwickelt und technisch einwandfrei läuft. Der Code von diaspora soll kostenlos verfügbar und kann von Computer-Spezialisten somit weiterentwickelt werden. Starttermin für Diaspora soll noch in diesem Sommer sein.

Tim


Redakteur bei Pressident seit 2009
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