Erleichterung
Die Profiloberstufe ist wohl eines der meist umstrittensten Themen an Pinnebergs Gymnasien. Besonders die hohen und unterschiedlichen Stunden sowie die Einschränkung beim Auswählen der Fächer werden häufig von Schülern, Eltern und Lehren kritisiert. Doch ab 2010 könnte unter anderem die von vielen erhoffte Abschaffung der zweiten Fremdsprache vollbracht sein.
Der Schleswig-Holsteinische Landtag diskutiert heftig über zwei Änderungen an der Profiloberstufe. Dreh- und Angelpunkt der Maßnahmen zur Erleichterung bzw. Auslastung der Profiloberstufe ist Schleswig-Holsteins Bildungsminister Ekkehard Klug. Er fordert in Kiel eine größere Wahlfreiheit der Schüler und mehr Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Fächer. Tendenz: Leistungskurs.
Der Pressident hat nachgefragt
Konkret würde das nach ersten Informationen des Pressidenten bedeuten:
- 4 statt 5 Prüfungsfächer im Abitur
- Die Abschaffung der zweiten Fremdsprache oder eines naturwissenschaftlichen Faches
Besonders die zweite Fremdsprache war sehr umstritten. Den Vorstoß von unserem Bildungsminister kann ich nur unterstützen. Wer eine zweite Fremdsprache weiterlernen möchte, der kann dies weiterhin tun. Alle anderen haben die Chance sich intensiver mit anderen Fächern zu beschäftigen!
Unsere Schülerzeitung hat nachgehakt, wie genau sollen die Veränderungen die Fächer betreffen? Eine Sprecherin des Bildungsministeriums machte uns gegenüber schon sehr konkrete Aussagen:
In der Einführungsphase der Oberstufe (in G9: 11. Jg.) sind und bleiben zwei Fremdsprachen Pflicht. In der Qualifikationsphase (in G9: 12. u. 13. Jg.) kann es unter bestimmten Bedingungen zum Wegfall einer auf grundlegendem Niveau unterrichteten Sprache kommen. Im sprachlichen Profil kommt dies generell nicht in Frage. Im naturwissenschaftlichen Profil wird es üblicherweise dazu kommen. In den übrigen Profilen werden zwei Sprachen und eine Naturwissenschaft oder eine Sprache und zwei Naturwissenschaften verpflichtend unterrichtet.
Die Minireform soll bereits zum kommenden neuen Schuljahr in Kraft treten, weshalb sich die Vorstellung sämtlicher Profile im Kreis weiterhin verzögert. Die Veränderungen sind auch schon verfasst, müssen jetzt aber noch von der schwarz-gelben Regierung verabschiedet werden.
Ein Beispiel: Wer ab der 7. Klasse Französisch unterrichtet bekommt, der hat im elften Jahrgang die Wahl zwischen 2 Stunden Französisch die Woche oder 4 Stunden Spanisch (eventuell auch Latein). Ausgenommen dem Sprachenprofil kann Französisch jetzt ab dem 12. Jahrgang abgewählt werden – es werden dann 2 naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet. Problematisch könnte es bei der Wahl von Spanisch werden. In der Erklärung des Bildungsministeriums hieß es nur: “Wegfall einer auf grundlegendem Niveau unterrichteten Sprache”. Was auf grundlegendem Niveau bedeutet, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen..
Zwei Jahre nach Einführung der Profiloberstufe soll das Unterrichtsvolumen nun verringert werden. Eine Erkenntnis, die vielen Eltern- und Schülerausschüssen schon vor der Einführung bekannt war. Jetzt scheint auch die Politik nachzuziehen. Sie reagiert auf die heftige Kritik zur Profiloberstufe.
Billig, aber schlecht?
Im Gegensatz zu den Leistungskursen ist das neue Modell ein Sparschwein! Es sind wesentlich weniger Lehrer nötig, der Unterricht findet im Klassenverband statt im Kurs statt. In der Praxis ist die Spezialisierungsmöglichkeit der Schüler stark eingeschränkt: Wer den Geschichtskurs belegen will, muss wohl oder übel mit den Pflichtstunden in Mathe, Deutsch oder Englisch zurechtkommen. Das Abwählen ist nur sehr eingeschränkt möglich, denn die Regierung will – so die offizielle Bezeichnung – die Allgemeinbildung fördern. Doch das schlägt sich natürlich in mehr Stunden und häufigeren Klausuren aus. Ein kluger Schachzug war die Profiloberstufe nicht. Das Diskutieren wird jetzt erst richtig beginnen – bis zum August. Dann wissen wir, welche Veränderungen der neue 11. Jahrgang mitnimmt!
Foto: txt2pic.com







Die Profiloberstufe wurde vor allem aus finanziellen Gründen eingeführt (Aussage auch aus Bildungsministerium in Kiel) – die jetzigen Nachbesserungen korrigieren hoffentlich das Schlimmste. Der Klassenteiler wird hoffentlich von 29 auf 25 gesenkt werden (im Kurssystem war er unter 20), einige Fächer können wohl in Kursen unterrichtet werden, d.h. es können wohl auch “überlappende” Profile angeboten werden.
Ich hoffe, dass die wesentlichen Änderungen auch für den jetzigen 11. und 12. Jahrgang gelten werden!
Die Profiloberstufe wurde vor allem aus finanziellen Gründen eingeführt
Womit wieder der Beweis erbracht ist, dass die Profiloberstufe statt angepriesenem Fortschritt eher ein leiser Rückschritt war.