Ausgebrannt

von Ebru

Wenn die stille Gewalt die Oberhand gewinnt.

 

Was ist Burn-out?

„Burn-out“ ist Englisch und heißt übersetzt „ausbrennen“. Burnout ist eine Volkskrankheit und entsteht durch die dauerhafte Überforderung der eigenen körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeiten, beispielsweise durch Dauerstress, ohne genügenden Ausgleich. Dabei zieht sich diese Erschöpfung über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Laut Statistiken ist jeder fünfte Erwerbstätige gefährdet, ein Burn-out zu erleiden. Experten schätzen sogar, dass bereits neun Millionen Deutsche Symptome von Burn-out zeigen. Die Krankheit ist rechtlich allerdings nicht als Berufskrankheit anerkannt.

Was sind die Symptome von Burn-out?

Burnout ist eine den ganzen Körper schwächende Krankheit. Daher lassen sich Symptome sowohl auf der psychischen, als auch auf der physischen Ebene nachweisen.

Die häufigsten Anzeichen sind:

- andauernde Müdigkeit und Erschöpfung

- Schlafstörungen von mehr als zwei Wochen

- allgemeiner Energiemangel

- Depressionen

Zudem folgen im weiteren Krankheitsverlauf körperliche Beschwerden, wie z.B.:

- Kopf- und Rückenschmerzen

- Magen- und Darmbeschwerden

- Atembeschwerden; Schwindel

- Herzrasen oder Angstzustände

Desweiteren kommen Burnout-Patienten sich gleichgültig vor, fühlen sich schwach und neigen oft zum Weinen. Sie empfinden Desinteresse, ein Gefühl der Leere und ziehen sich deshalb in ihrem sozialen Umfeld zurück. Die Erschöpfung kommt nicht plötzlich, sondern schleichend, daher ist es wichtig gleich erste Anzeichen ernst zu nehmen.

Was sind die Ursachen?

Besonders gefährdet sind Berufstätige im sozialen Bereich, also Ärzte und Lehrer. Aber auch Studenten, Hausfrauen und Arbeitslose kann es treffen. Vor allem Menschen, die permanent sehr hohem Stress ausgesetzt sind, es jedem Recht machen und allen Anforderungen gerecht werden wollen und stets nach Anerkennung streben, sind stark gefährdet. Bei Stress löst das Hormon CRH einen Schub anderer Hormone (z. B. Adrenalin) aus, das führt zu einer ständigen Anspannung. Persönlichkeitsfaktoren, wie z.B. Perfektionismus, Ehrgeiz, geringes Selbstwertgefühl und ausgeprägtes Helfersyndrom, erhöhen zusätzlich das Risiko an einer Burnout-Erkrankung. Eine Umfrage der Leuphana-Universität Lüneburg in norddeutschen Bundesländern zeigt, dass besonders Lehrer täglich einer großen Belastung durch Zeitdruck, unmotivierten und undisziplinierten Schüler/innen („Null-Bock-Generation“),

Lärm sowie Auseinandersetzungen mit Eltern und Kollegen ausgesetzt sind. Ebenso belasten fehlende Erholungspausen, große Leistungsunterschiede bei den Schülern  und ständig neue Vorgaben der Ministerien viele Lehrer. Faktoren, die ein Burnout begünstigen. Sie können nach der Arbeit nur schwer abschalten, da durch die Unterrichtsvorbereitung zu Hause die Probleme ins Privatleben genommen werden. Laut Umfrage glauben an Gymnasien nur 37,7% der Lehrer, dass sie bis zur Pensionsgrenze durchhalten werden.

Was sind die Folgen?

Für Burnout-Erkrankte ist alles anstrengend. Selbst kleine und alltägliche Situationen, wie z.B. ein Gespräch im Bekanntenkreis, fordert sie zu sehr und sie ziehen sich zurück. Sie wollen sich ausruhen, um Kraft zu tanken, z.B. durch Urlaub, doch nicht einmal das hilft und sie verzweifeln. Folglich suchen sie Trost bei Essen, Zigaretten oder Alkohol, verfallen diesem oft im Übermaße und sind daher stark suchtgefährdet. Es kommt zu Beziehungsproblemen und sogar zum vorzeitigen Aufgeben des Arbeitsplatzes.

Prävention und Behandlung

Man kann Burnout durch Spaß, Vitalität und Routine sowie durch regelmäßige Erholungspausen bei und nach der Arbeit vorbeugen. Außerdem sollte man seine eigenen Belastungsgrenzen ehrlich einschätzen und auch einmal „Nein“ sagen können. Mit Hilfe von kleinen Ritualen nach der Arbeit, wie einem kleinen Spaziergang, Teetrinken oder seinem Hobby nachzugehen, also Dingen, die einem Spaß bringen und nicht als „Arbeit“ empfunden werden, helfen Burnout vorzubeugen. Hierbei gilt, wer die ersten Warnsignale frühzeitig erkennt, ernst nimmt und gegensteuert, kann ein tatsächliches Burnout vermeiden. Burnout-Patienten werden mithilfe von Psychotherapeuten in Fachkliniken, je nach Stadium des Krankheitsbildes auch mit Medikamenten, wie Antidepressiva, behandelt. Auf jeden Fall sollte man Privatleben und Arbeitszeit deutlich voneinander trennen.

Ebru


Redakteurin bei Pressident seit 2011
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