Angst- Ein Urgefühl des Menschen

Von Merle
Nachts in einem einsamen Wald. Es ist stockdunkel- pl ö tzlich ein Rascheln. Die Augen der Frau sind geweitet, ihre Muskeln angespannt. Man h ö rt f ö rmlich ihren Puls rasen. Sie hat Angst.

So dramatisch geht es meist nur in Filmen zu aber das Gef ü hl der Angst kennt jeder. Wirklich jeder? Ein paar Leute behaupten, dass sie keine Angst haben. Vor rein gar nichts. Aber wie ist es, wenn man nachts alleine durch den dichtesten Wald l ä uft und hinter einem ein riesiger B ä r laut sein lautes Gebr ü ll h ö ren l ä sst? Da wird wohl jedem das Herz in die Hose rutschen. Der Grund f ü r das schnelle Herzrasen ist eine angeborene Schutzreaktion des K ö rpers und geh ö rt somit zu den menschlichen Grundgef ü hlen. Angst soll uns vor Gefahren warnen und die damit verbundene Anspannung soll uns dabei helfen im Notfall schnellzu reagieren.

Psychologen unterscheiden das im Volksmund gebrauchte Wort für das Gefühl der Angst allerdings in Angst und Furcht.

Das Wort Angst hat seinen Wortursprung bereits seit dem 8. Jahrhundert und hat sich vom indogermanischen “ anghu ü ber das althochdeutsche “ angust ” zum heutigen Bergriff “Angst” weiterentwickelt. Psychologen unterscheiden das im Volksmund gebrauchte Wort f ü r das Gef ü hl der Angst allerdings in Angst und Furcht.  Furcht bezieht sich auf eine reale Bedrohung durch eine gegenw ä rtige oder vorausgeahnte Gefahr unter realistischen Bedingungen, wohingegen die Angst durch Gedanken und Phantasien in unseren K ö pfen entsteht. So m ü sste man genaugesehen (um noch mal auf das Beispiel mit dem B ä ren zur ü ckzukommen) von Furcht sprechen, denn die Bedrohung und die damit eventuell verbundenen Folgen sind real. Die Unterscheidungen zwischen Furcht und Angst k ö nnen mitunter recht schwierig sein und die Grenzen verlaufen nicht immer genau. Deshalb sprechen wir “Nicht Psychologen” normalerweise von dem Gef ü hl der Angst.

Jetzt weiß der Körper: Alles oder nichts. Flucht oder Kampf.

Wenn ein Mensch in eine Gefahrensituation ger ä t, werden im Gehirn die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgesch ü ttet. Der K ö rper wei ß nun, dass er sich in h ö chsterAlarmbereitschaft befindet. Das Herz schl ä gt schneller, die Atmung wird flacher, die Pupillen weiten sich (um auch im Dunkeln besser sehen zu k ö nnen), alle Organe werden gut durchblutet. Jetzt wei ß der K ö rper: Alles oder nichts. Flucht oder Kampf. Je nach Situation entscheidet man sich f ü r das eine oder andere. Es gibt jedoch auch noch eine dritte M ö glichkeit: N ä mlich v ö llig regungslos zu bleiben.                                                                                                                                                In unserem Beispiel mit dem B ä ren w ä re es das Beste, man bliebe einfach ruhig. Denn mal ehrlich: B ä ren k ö nnen bis zu 50 km/h schnell laufen. Flucht scheidet also schon mal aus. Und an K ä mpfen ist bei den bis zu 2,80m gro ß en Tieren auch nicht zu denken.

Eindringlicher Blick von CFALK www.pixelio.de

Viele Menschen setzten sich allerdings freiwillig dem Gef ü hl der Angst aus. Nicht etwa, wenn sie B ä ren in dunklen W ä ldern jagen, sondern wenn sie sich einen Psychothriller im Kino ansehen, mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springen oder Achterbahn fahren. Der Grund f ü r diese T ä tigkeiten liegt ebenfalls im K ö rper, denn nach jeder Stresssituation werden wir vom Gehirn mit dem Hormon Serotonin belohnt. Ein Gl ü ckshormon. Folglich f ü hlen wir uns erleichtert und zufrieden. Deshalb k ö nnen viele auch nicht genug von Gruselschockern oder anderen Extremsituationen bekommen.

Man mag es kaum glauben, aberdie soziale Phobie ist eine der häufigsten Angsterkrankungen. So sind etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung davon betroffen.

Es gibt aber auch Ä ngste, bei denen die Ursachen nicht immer nachvollziehbar sind. In diesem Fall spricht man von Phobien (vom altgriechischen “ phóbos “, Furcht). Zu den Phobien geh ö ren beispielsweise, dass Betroffene sich nicht in engen R ä umen aufhalten m ö gen ( Klaustrophobie ) oder panische Angst vor Spinnentieren haben ( Arachnophobie ). Eine gro ß e Gruppe im Feld derPhobien sind die so genannten “sozialen Phobien”. Bei dieser Art von Gef ü hlen haben die Betroffenen Angst in der Ö ffentlichkeit in irgendeiner Form bewertet zu werden. So meiden diese Personen h ä ufig den Kontakt zum anderen Geschlecht, weigern sich in der Ö ffentlichkeit zu essen oder im Beisein anderer zu telefonieren.  Man mag es kaum glauben, aber die soziale Phobie ist eine der h ä ufigsten Angsterkrankungen. So sind etwa 5 bis 10 Prozent der Bev ö lkerung davon betroffen.

Spinne imNetz von H. Radermacher /www.pixelio.de

Phobien bleiben meist lange unerkannt und je sp ä ter man sie erkennt, desto schwieriger wird es sie zu bek ä mpfen. Die Folge: Die betroffenen Menschen meiden die f ü r sie bedrohliche Situation und ziehen sich im schlimmsten Fall immer weiter zur ü ck, da sie Angst haben sich in der Ö ffentlichkeit in irgendeiner weise zu blamieren oder abgelehnt zuwerden. Phobien k ö nnen vielf ä ltig sein und unterschiedliche Verl ä ufe undAusma ß e annehmen. Es ist also keinesfalls richtig alle Phobiker ü ber einen Kamm zuscheren, denn jede Krankheit verl ä uft individuell. Sicher ist allerdings, dass nur die wenigsten aus eigener Kraft dem Teufelskreis einer Phobie entrinnen k ö nnen.

Sich seinen kleinen alltäglichen Ängsten, wie zum Beispiel eine Präsentation vor einer Menschenmenge zu halten, zu stellen lohnt sich aber in jedem Fall, denn das Gefühl seine Angst überwunden zu haben ist einmalig.

Mehr Infos zum Thema Angst und Phobien:

Ä ngste verstehen und ü berwinden. Wie Sie sich von Angst, Panik und Phobien befreien” von Doris Wolf , Pal Verlag, ISBN-10: 3923614322 http://www.phobieinfo.de/

Bewertung
Das geht besser! Hmm, naja... Nett geschrieben. Guter Beitrag! Genial! ( 4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

2 Kommentare

  1. Gordon 30. April 2011, 12:37

    Informativ und vor allem interessant geschrieben.

  2. Merle 1. Mai 2011, 18:55

    Dankeschön!

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