Ist ein “Jurassic Park” möglich?
Statt mit Flugzeugen fliegen wir auf großen Flugsauriern durch die Lüfte, anstatt mit Hunden gehen wir mit kleinen Dinos spazieren und an jeder Straßenecke stehen Schilder, die vor kreuzenden Mammuts warnen. Willkommen in einer Welt voller Urzeitlebewesen. Willkommen im “Jurassic Park” der Zukunft.
Im Jahr 1993 erschien ein imposanter Film vom Regisseur Steven Spielberg in den Kinos, der zum damaligen Zeitpunkt neue Besucherrekorde aufstellte. Die Rede ist von dem Science- Fiction Thriller “Jurassic Park”, der auch unter dem deutschen Namen “Dinopark” bekannt ist. Bereits 1990 erfand der Amerikaner Michael Crichton die Geschichte über Dinos in unserer Zeit. Doch wovon handelt der Thriller? Die Story ist schnell erzählt:
Einige Wissenschaftler entdecken in Bernstein eingeschlossene Fossilien von Stechmücken. Das Besondere: Diese Mücken haben vor ihrem Tod Saurier gestochen und somit noch deren Blut in ihren Därmen. Den Personen in der Geschichte gelingt es die DNA aus den konservierten Blutzellen zu gewinnen und somit Dinosaurier zu rekonstruieren. Eine Welt voller Dinos und neuer Gefahren entsteht, denn die Urzeitlebewesen werden in einem Zoo eingesperrt und zur schaugestellt. Wie für einen Thriller üblich, lässt auch im “Dinopark” das Unglück nicht lange auf sich warten. Durch eine technische Unachtsamkeit gelingt es den Sauriern schließlich aus ihren Gehegen auszubrechen. Ein spannender Wettlauf zwischen Mensch und Dino beginnt…
Doch: Was ist an der Geschichte wirklich realisierbar und was ist schlichtweg Fiktion? Leben auch wir in einigen Jahren mit Urzeittieren zusammen?
Fakt ist, dass es tatsächlich in Bernstein eingeschlossene Stechmücken gibt, die das Blut zuvor gestochener Tiere im Darm haben. Fakt ist auch, dass man heutzutage selbst geringe DNA- Stücke vermehren und analysieren kann (Dieses Prinzip wird beispielsweise auch bei Vaterschaftstests angewandt). Doch genau an dieser Stelle beginnen die Probleme der Rekonstruktion ausgestorbener Lebewesen. Die DNA in den Stechmücken ist im Laufe der Fossilisierung in viele winzige Fragmente zerfallen, sodass sie sich nur in einigen wenigen Fällen zu gesamten DNA Strängen rekonstruieren lassen. Ein weiteres Problem ist, dass es für eine Rekonstruktion von Urzeitlebewesen nicht reicht nur die genetische Information aus der DNA zu besitzen. Man benötigt nämlich auch exakt die Eizellenstruktur, aus denen die ausgestorbenen Tiere vor Millionen Jahren hervorgegangen sind. Funktionsfähige Eizellen gibt es in Fossilien allerdings nicht und die Eizellen heutiger Lebewesen besitzen eine veränderte Struktur, die stark von denen der Urzeit- Eizellen abweicht.
Zudem würde sich im Fall einer erfolgreichen Befruchtung einer passenden Eizelle die Frage stellen: Welches Lebewesen unserer Zeit kann ein Mammut- oder Dinobaby austragen? Der Mensch käme dafür ganz klar nicht in Frage. Die Schwierigkeit besteht hier in der Komplexität von Lebensvorgängen. So haben sich nämlich alle Lebewesen im Laufe der Evolution langsam aber stetig weiterentwickelt, sodass es mit dem heutigen Wissensstand unmöglich erscheint Dinosaurier in unsere Zeit zu holen. Der schwedische Mediziner und Biologe Svante Pääbo, dem es bereits 1985 gelang die DNA einer 2400 Jahre alten Mumie zu rekonstruieren, sagte vor mehreren Jahren einmal zum Thema eines “Jurassic Parks”: “Ich halte es für völlig undenkbar, dass es eines Tages gelingen wird, ausgestorbene Tierarten wieder zum Leben zu erwecken”.
Diese Meinung teilen auch viele andere Forscher. Doch wer weiß. Schließlich hat es die Forschung immer wieder geschafft einen Schritt weiterzukommen und die Menschheit zu überraschen. Vielleicht ja auch bei diesem Thema…



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