Schülerische Lehrer

Von Sandra

„Was die Schüler können, können wir schon lange“, denken sich einige Lehrer und fangen an, im Internet einen Blog zu errichten.

„Kollege Z. hat eine Leseecke eingerichtet“, schreibt Thomas Rau, Lehrer an einem Gymnasium in München, in einem Eintrag vom 21. Januar 2013 auf seinem Lehrerblog „ Lehrerzimmer “ – einem Tagebuch im Internet.

Thomas Rau unterrichtet Englisch, Deutsch und Informatik an einem Gymnasium in Bayern. 2004 fing er an, seinen Blog zu schreiben, weil ihm seine Frau sagte, dass seine vielen Geschichten auch von anderen Leuten gehört werden sollten. Das viele Rumbasteln am Computer kannte er schon von seiner Webseite und war daher kein Problem für ihn. Er schrieb die letzten Jahre zwischen 127 und 210 Einträgen pro Jahr, die man alle im Archiv nachlesen kann. In ihnen geht es hauptsächlich um alles Schulische, aber auch um seine Hobbys, wie z.B. das Fotografieren von Vögeln. Er selbst guckt sich auch andere Blogs an und schreibt manchmal selbst einen Eintrag zum Thema oder kommentiert diese direkt. Zu der Frage, ob er sich Sorgen mache, ob Schüler sich lustig über seinen Blog machen, meinte er, das ihm so etwas nicht auffiele und fügt hinzu: „Ich thematisiere mein Blog in der Schule auch nicht, das sind getrennte Welten.“

Doch sein Blog wird nur von einigen Schülern und Kollegen gelesen und nur von einem regelmäßig kommentiert. Er sagt selber: „Die meisten Leute lesen einfach keine Blogs, und das gilt auch für Schüler und Lehrer“.

Trotzdem ist einer der bekannteste Lehrerblogger Deutschlands. Und das wohl auch zu Recht. Thomas Rau schreibt offen seine Meinung. Ein Problem damit, sein Leben öffentlich zu machen, hat er nicht. Auf der rechten Seite seines Blog platzierte er einige Bilder von sich. Bei jedem Neuladen der Seite findet sich ein anderes. Mal zeigt er sich mit Sonnenbrille, mal am Strand, mal beim Essen. Rau gibt sich nicht als Lehrer, er gibt sich als Schüler – modern, furchtlos, alternativ.

In Lehrerblogs wollen insbesondere Lehrer ihr Wissen, ihren Unterrichtsinhalt und ihre Lehrmethoden mit anderen teilen. Andere Lehrer wiederum wollen bloß ihrem Alltagstrott entkommen oder mit anderen ihre Erlebnisberichte teilen. Es geht nicht darum, andere an einen Pranger zu stellen, sondern zu sagen, was einen stört, ohne dabei verurteilt zu werden. Doch dabei müssen sie aufpassen, da das Lehrerkollegium und Schüler den Blog lesen können. Daher schreiben die meisten Lehrer anonym, offen und unverblümt, auch weil viele ihren gesamten Frust herauslassen, und dies von witzigen bis heftigen Geschichten gehen kann.

Ist es also gut, dass die Lehrer moderner werden und sich nun im Internet „breit machen“? Nicht immer, da ein Lehrer zum Beispiel über ein 15-jähriges Mädchen schrieb, welches einen Schlagring in die Schule mitbrachte. Oder über Schüler, die sitzen geblieben sind und den Lehrern vorwarfen, dass diesen ihnen nichts beigebracht hätten. All dies schreibt ein anonymer Lehrer offen, ungeschönt und direkt. Einige Lehrer nehmen es mit der Schweigepflicht nicht ganz so ernst – und das kann sie den Job kosten.

Doch nicht alle Lehrer bloggen nur über ihren Ärger in der Schule. Einige zeigen einem wie man seinen Taschenrechner richtig benutzt und wie man sich am besten auf Arbeiten und Klausuren vorbereiten kann.

Lehrerblogs sollten unbedingt mehr gelesen werden, denn einige Blogs, wie „Lehrerzimmer“ von Thomas Rau, sind echt spannend und verfügen über viele verschiedene Themen und Inhalte. Außerdem ist es echt interessant, etwas über den Schulalltag eines Lehrers zu lesen und nicht nur die eigenen Eindrücke als Schüler vom Thema Schule zu haben.

Bewertung
Das geht besser! Hmm, naja... Nett geschrieben. Guter Beitrag! Genial! ( 5 Bewertungen, Durchschnitt: 2,80 von 5)

1 Kommentar

  1. Sibille 18. Juli 2013, 12:42

    FInde ich Klasse ! Weiter so. Lg. Sibille

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML -Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>