Eins + Eins = Null
Noch vor einigen Monaten hörte sich die G8-Schulreform so toll an: Ein Jahr kürzer zur Schule gehen, die selbständige Lehrnfägigkeit stärken und alle wirtschaftlich interessanten Unternehmer verjüngen. Doch scheinbar hat das achtjährige Schulsystem versagt, denn das Kieler Bildungsministerium legt nun einen Rückwärtsgang ein!
Ein schlechter Schritt in die richtige Richtung
Die eingeführte Schulreform G8 (Abitur in acht Jahren) setzte bei Lehrer- und Elternverbänden nur Kopfschütteln aus. Stress, Hausaufgaben bis zum Abend und keine Zeit für Hobbys – so sind die Fakten auf die schleswig-holsteinische Schulpolitik. Der Bildungsminister reagierte nun auf die Kritik und legte dem Landtag einen Entwurf vor, der die Schulen vor die Wahl stellt: Sie können nun selber entscheiden, ob G8 oder G9 angeboten wird. Jeder Schüler soll in zumutbarer Entfernung zwischen beiden Varianten wählen können.
Wo dafür in dünner besiedelten Gegenden keine zwei Schulen vorhanden sind, sollen beide Bildungsgänge angeboten werden. Das könnte etwa 20 Standorte im Land betreffen.
Die Optimierung von G8 sollte das Ziel sein!
Die für mich viel wichtigere Änderung liegt allerdings darin, dass bei den Turbo-Abis eine wesentliche Entrümpelung der Lehrpläne vorgenommen werden soll. Bis zu 30% an Unterricht kann eingespart werden, zudem soll es bei Nachmittagsunterricht keine Hausaufgaben geben. Mit diesem Beschluss wird das achtjährige Abitur zumutbar bzw. sogar empfehlenswert! G9 müsste sich dem Abitur „zweiter Klasse“ fügen.
Das Modell soll aber frühestens ab dem Schuljahr 2011/2012 eingeführt werden. Die kommenden Fünftklässler dürften wohl wieder ein Versuchskaninchen bleiben.
Gleichzeitig werden mehr Lehrkräfte für das neue Modell benötigt und das ist mehr als unverständlich, wenn noch nicht einmal für das alte genügen vorhanden sind!
Letzte Kommentare